Manroland-Einzelblattpapierunternehmen beantragt nach 14 Jahren erneut Insolvenzsanierung
Nach Angaben des britischen Druckindustriemediums PrintWeek hat die manroland Sheetfed GmbH kürzlich mit Unterstützung ihrer Muttergesellschaft Langley Holdings einen Antrag auf Eröffnung des deutschen Schutzschirm-Insolvenzverfahrens gestellt, mit dem Ziel, ihre Sanierung eigenständig und unter gerichtlicher Aufsicht voranzutreiben.
Langley Holdings erklärte letzten Monat, dass die anhaltenden Verluste dieser „problematischen“ Tochtergesellschaft des Druckmaschinenherstellers nicht mehr tragbar seien. Daten zeigen, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr bis zu 43,2 Millionen Euro (ca. 346 Millionen RMB) verloren hat. Damals sagte der Vorstand des Konzerns, er überlege, wie mit diesem Geschäft umgegangen werden solle.
Am 3. März gab Langley Holdings offiziell bekannt, dass die manroland Sheetfed GmbH mit Hauptsitz in Offenbach, Deutschland, mit finanzieller Unterstützung von Langley Holdings in das Insolvenzverwaltungsverfahren „Schutzschirm“ eingetreten ist, das Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzgesetzes ähnelt. Dieses Verfahren ermöglicht es dem Unternehmen, während der Umstrukturierung unter der Kontrolle des Managements zu bleiben, anstatt von einem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter übernommen zu werden.
In der Ankündigung heißt es: „Für die Rückkehr der Manroland-Sheetfed-Sparte in die Gewinnzone sind erhebliche Strukturanpassungen erforderlich, allerdings wird der Umfang stark reduziert.“
Firmenchef Mirko Kern sagte: „Entlassungen sind unausweichlich geworden und viele Arbeitsplätze werden wegfallen.“ Ich fordere aber den Betriebsrat und die Gewerkschaften auf, gemeinsam mit uns und den Restrukturierungsexperten die Maßnahmen umzusetzen, die wir für notwendig halten, um ein lebensfähiges Unternehmen aufzubauen und die verbleibenden Arbeitsplätze zu erhalten.“
Tony Langley, Vorstandsvorsitzender und Eigentümer von Langley Holdings, hatte letzten Monat bei der strategischen Überprüfung betont, dass Kunden nicht im Stich gelassen werden. Er sagte: „Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass viele Druckereien, bei denen es sich überwiegend um private Mittelständler handelt, Geräte von manroland einsetzen.“ Unabhängig davon, welche Entscheidung letztendlich getroffen wird, stellen wir sicher, dass der After-Sales-Service für bestehende Benutzer davon unberührt bleibt.
Für diese Umstrukturierung hat das Unternehmen Experten der beiden externen Firmen SGP Schneider Geiwitz und BUSE als Generalbevollmächtigte zur Unterstützung des Managements hinzugezogen. Zum Kernteam gehören Professor Dr. Peter Fissenewert, Unternehmensrestrukturierungsanwalt von BUSE, Steuerexperte Oliver Brückner von SGP und Restrukturierungsspezialist Arndt Geiwitz.
Geiwitz erklärte: „Die Restrukturierung von manroland Sheetfed hat Aussicht auf Erfolg, es müssen jedoch drastische und tiefgreifende Maßnahmen umgesetzt werden.“ Auch die Bewertung durch unabhängige Gutachter stützt dieses Urteil.“
Auch die Drucktechnik-Sparte, zu der manroland gehört (darunter manroland Sheetfed, Druck Chemie und BluePrint), hatte ein schwieriges Jahr und verzeichnete einen Umsatzrückgang von 13,4 % auf 271 Mio. Euro. Der Auftragsbestand belief sich zum Jahresende auf 32 Mio. Euro, insgesamt waren 1.615 Mitarbeiter beschäftigt. Das Geschäft mit Druckchemikalien operiert eigenständig.
Langley Holdings hat seinen Hauptsitz in Retford, Nottinghamshire, Großbritannien. Das Unternehmen erwarb 2012 das manroland Sheetfed-Geschäft aus der Insolvenzverwaltung. Manroland war ursprünglich ein Unternehmen der deutschen Mann-Gruppe und produzierte 1911 seine erste Druckmaschine.

